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German/Canadian News - Canada

Kanada-Newsletter, 1 + 2 / 8. Januar 2008

* Québec City läutet 400-Jahr-Feiern ein
* Michaelle Jean lobt in Neujahrsansprache kanadische Soldaten
* Mehrwertsteuer in Kanada auf fünf Prozent gesenkt
* MacDonald, Dettweiler erhält Millionen-Vertrag von der NASA
* Großauftrag für Siemens aus Kanada
* 118 Millionen Dollar für kanadische Technologie-Cluster
* Zum vierten Mal in Folge: Kanadas U-20 ist Eishockey-Weltmeister
* Jazzpianist Oscar Peterson stirbt mit 82 Jahren
* Termine

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Québec City läutet 400-Jahr-Feiern ein
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Am 1. Januar 2008 wurde im kanadischen Québec nicht nur ein neues Jahr
eingeläutet. Auch eine zwölf Monate lange Feier begann, denn 2008 jährt
sich die Gründung der Stadt Québec zum 400. Mal. Wenige Städte in
Nordamerika können auf eine vergleichbar lange Geschichte zurückblicken.
Man schrieb den 3. Juli 1608, als der französische Entdecker Samuel de Champlain
an den Ufern des St. Lawrence Rivers landete, dort einen Handelsposten
eröffnete und das Land zu Frankreich zugehörig erklärte. Das Aufeinandertreffen
der Europäer mit den dortigen First Nations markiert den Beginn eines langen
interkulturellen Dialogs, der die Identität Kanadas bis heute prägt. Damit
bedeutet die Gründung von Québec auch ein wichtiges Fundament der kanadischen
Geschichte.

Das 400-jährige Jubliäum der Stadt Québec erinnert daran, dass Französisch
eine der Gründungssprachen Kanadas ist. Das Jubiläum erinnert an die vielen
Einflüße und Kulturen, die Kanada zu einer offenen und multikulturellen
Gesellschaft gemacht haben. Der große französische Einfluß ist dabei nicht
von der Hand zu weisen, aber auch Frauen und Männer aus England, Schottland
und Irland waren am Aufbau von Québec beteiligt. Heute kommen Einwanderer
aus allen Kontinenten in diese attraktive Stadt, die als UNESCO Weltkulturerbe
anerkannt ist.

Das Gründungsjubiläum wird 2008 mit mehr als 100 Veranstaltungen begangen, zu
denen mehr als fünf Millionen Besucher erwartet werden. Mit von der Partie
sind auch der Cirque du Soleil und die Sängerin Celine Dion. Einen Überblick
über die Events gibt die Website www.bonjourquebec.com auch in deutscher Sprache.
Von Juni bis September bietet der Espace 400e seinen Besuchern jeden Tag eine
abwechslungsreiche Animation auf dem offiziellen Festgelände im Alten Hafen.

Da ist es nur ein Zufall, dass die kanadische Hauptstadt ebenfalls ein Jubliäum
zu feiern hat. Denn Ottawa ist seit dem 31. Dezember 2007 150 Jahre lang Hauptstadt.
Königin Victoria hatte am Silvestertag des Jahres 1857 Ottawa zur kanadischen
Hauptstadt erwählt.

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Michaelle Jean lobt in Neujahrsansprache kanadische Soldaten
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In ihrer Neujahrsansprache hat die kanadische Generalgouverneurin Michaelle Jean
den Einsatz der kanadischen Soldaten gelobt. Sie hob besonders die Soldaten hervor,
die in Afghanistan ihren Dienst leisteten. Ihr Mut sei eine Inspiration für
sie, sagte Jean. Besonders der Mut derer, die sich selbst der Gefahr aussetzten,
indem sie den Afghanen zu Hilfe kämen.

Der Tod der 30 Soldaten, die im letzten Jahr in der Kandahar-Provinz
im Süden des Landes gefallen seien, hätte eine Lücke hinterlassen, so Jean.
Nur wenige Tage vor dem Jahreswechsel war 20 Kilometer von Kandahar entfernt
ein weiterer Soldat bei der Explosion einer Straßenbombe ums Leben gekommen.
Vier weitere wurden bei dem Anschlag verletzt. Schon vor Weihnachten waren
drei ihrer Kollegen ebenfalls durch eine Straßenbombe verletzt worden.

Der kanadische Premierminister Stephen Harper hatte den Angehörigen des
am 30. Dezember Getöteten sein tiefes Beileid ausgedrückt. Sein Opfer werde
nicht vergessen, erklärte Harper. Kanada sei als Teil einer von den
UN sanktionierten Mission in Afghanistan und sei am Wiederaufbau der
Demokratie, der Sicherheit und der Stabilität des Landes beteiligt.
Die kanadischen Soldaten trügen dazu bei, die Lebensbedingungen der
Afghanen zu verbessern.

Nur wenige Tage nach Jeans Neujahrsansprache, am 6. Januar 2008, starben
ebenfalls in Afghanistan zwei kanadische Soldaten bei einem Autounfall.
Auch ihren Angehörigen drückte Harper sein tiefes Mitgefühlt aus. Insgesamt
sind bei ihrem Dienst in Afghanistan seit Beginn der Mission vor sechs Jahren
76 kanadische Soldaten und ein Diplomat ums Leben gekommen.

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Mehrwertsteuer in Kanada auf fünf Prozent gesenkt
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Kanadier zahlen seit dem 1. Januar dieses Jahres nur noch fünf Prozent
Mehrwertsteuer. Die General Goods and Service Tax (GST), die der Bund
auf Waren und Güter erhebt, wurde um einen weiteren Prozentpunkt von
sechs auf fünf Prozent gesenkt.

Mit diesen guten Nachrichten begrüßte Premierminister Stephen Harper seine
Landsleute im neuen Jahr. „Wir haben versprochen, die Mehrwertsteuer von
sieben auf sechs und schließlich auf fünf Prozent abzusenken“, sagte Harper
in genau jenem Elektroladen, in dem er während seiner Wahlkampftour 2005-2006
die Steuersenkungen in Aussicht gestellt hatte. „Dieses Versprechen lösen
wir hiermit ein.“

Die Kanadier sparen durch die Senkung um zwei Prozentpunkte jedes Jahr fast
zwölf Milliarden Dollar an Mehrwertsteuer ein. Seit Antritt der Regierungsgeschäfte
hat die konservative Regierung unter Stephen Harper die Steuerzahler um nahezu
200 Milliarden Dollar entlastet. Die Steuern, die jeder Kanadier jährlich zahlen
muss, liegen derzeit auf den niedrigsten Stand seit fast 50 Jahren.

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MacDonald, Dettweiler erhält Millionen-Vertrag von der NASA
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Das kanadische Unternehmen MacDonald, Dettwiler and Associates ist mit dem
weiteren Support der Roboter und Robotertechnik der NASA beauftragt worden.
Ein entsprechender, 39,5 Millionen Dollar schwerer Vertrag wurde Anfang
Januar vereinbart. Das in British Columbia ansässige kanadische Unternehmen
hatte für die NASA schon den Canadarm und Canadarm2 gebaut.

MacDonald, Dettwiler wird für die NASA die Wartung der Roboterarme
übernehmen, die an den Space Shuttles eingesetzt werden. Auch die
Roboterstation auf der Internationalen Raumstation ISS wird von den
Kanadiern betreut. Diese Roboterstation soll auf der ISS zum Lastentransport
im All und zum Weiterbau der Station eingesetzt werden.

Der nun abgeschlossene Vertrag begann bereits am 1. Januar dieses
Jahres und läuft bis zum 30. September 2010. Die Möglichkeit, die
Zusammenarbeit zwei Mal um je ein Jahr zu verlängern, ist im Vertrag
bereits vorgesehen.

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Großauftrag für Siemens aus Kanada
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Die Transportparte des deutschen Siemens-Konzerns hat Mitte Dezember
einen Großauftrag aus Kanada erhalten. Für rund 140 Millionen Euro soll
Siemens in den nächsten sechs Jahren rund um die Union Station in Toronto
sämtliche Signal- und Kommunikationseinrichtungen inklusive der Leitzentrale
erneuern. Nach Abschluss der Arbeiten 2014 wird die Union Station der
größte Bahnhof Nordamerikas sein, der mit elektronischen Stellwerken
ausgestattet ist.

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118 Millionen Dollar für kanadische Technologie-Cluster
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Die kanadische Regierung hat für Public-Private-Partnerships, die sich
mit der naturwissenschaftlich-technischer Forschung und Entwicklung beschäftigen,
118 Millionen Dollar bereitgestellt. In den nächsten drei Jahren sollen mit
dem Geld sechs Cluster-Initiativen des National Research Council finanziert
werden. Unter anderem soll das National Institute for Nanotechnolgy des NRC (NINT)
36 Millionen Dollar erhalten.

Damit erneuert die kanadische Regierung ihr Versprechen, die Zusammenarbeit
des privaten und öffentlichen Sektors in der Technologie-Branche zu unterstützen.
Die Förderung geht an die Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Forschung in Vancouver,
die Nanotechnologie in Edmonton, den Gesundheits- und Wellness-Cluster in Saskatoon,
die Biomedizin in Winnipeg, die Photonik in Ottawa und die Aluminium-Umwandlung
in der Saguenay-Lac-Saint-Jean-Region.

Bei diesen Clustern handelt es sich um breit angelegte wissenschaftliche
Partnerschaften zwischen der Industrie, der Hochschule und der Regierung,
die darauf ausgerichtet sind, durch Forschung und Entwicklung Kanada im
Wettbewerb nach ganz vorne zu bringen. Der kanadische Minister für Industrie,
Jim Prentice, der auch für den Nationalen Forschungsrat zuständig ist, erklärte,
dass die 118-Millionen-Investition ein gutes Beispiel dafür sei, wie Kanada
sich besonders hevortun, hochqualifizierte Arbeitsplätze schaffen und gleichzeitig
den Lebensstandard der Kanadier noch erhöhen könnte.

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Zum vierten Mal in Folge: Kanadas U-20 ist Eishockey-Weltmeister
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Das macht den Kanadiern so leicht keiner nach: zum vierten Mal in Folge
sind die Nordamerikaner Juniorenweltmeister im Eishockey geworden. Im
Endspiel um die Goldmedaille besiegten die Kanadier ihren Gegner Schweden mit 3:2.

Dabei machten es die Spieler diesmal ganz besonders spannend. Nachdem
die Kanadier mit 2:0 in Führung gegangen waren, holten die Schweden auf
und schafften nur 48 Sekunden vor dem regulären Spielende den 2:2-Ausgleich.
In der Verlängerung konnten die Kanadier mit viel Glück den Siegtreffer erringen.

Die Schweden mussten sich mit der Silbermedaille zufrieden geben.
Auf den dritten Platz schafften es die Russen, die die USA im Spiel
um die Bronzemedaille mit 4:2 besiegten.

Der kanadische Premierminister Stephen Harper freute sich mit seiner
Mannschaft und gratulierte den Junioren herzlich. Das Team habe nicht
nur vier Mal hintereinander den Sieg bei einer Weltmeisterschaft nach
Hause getragen, hob Stephen Harper hervor. Seit 1999 habe die Mannschaft
jedes Mal eine Medaille errungen.

Die nächste U-20-Weltmeisterschaft im Eishockey findet vom 26. Dezember 2008
bis zum 5. Januar 2009 im kanadischen Ottawa statt. Nach Vancouver (2006),
Halifax (2003), Red Deer (1995), Saskatoon (1991), Hamilton (1986) und
Montréal (1978) ist Ottawa die achte kanadische Stadt, die die
U-20-Weltmeisterschaften ausrichtet.

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Jazzpianist Oscar Peterson stirbt mit 82 Jahren
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Die kanadische Jazzlegende Oscar Peterson ist tot. Der Pianist und
Komponist starb am 23. Dezember 2007 im Alter von 82 Jahren in seinem Haus
in Mississauga, Ontario, an Nierenversagen.

Peterson hatte bereits vor 14 Jahren bei einem Konzert im New Yorker
Blue-Note-Club einen Schlaganfall erlitten. Damals, 1993, versprach er
seinen Fans: „Ich werden spielen, bis ich vom Schemel falle.“ Dieses
Versprechen hielt er ein und kehrte nach einer mehrjährigen Erholungspause
auf die Bühne zurück, auch wenn er am Ende seiner Karriere nur noch
einhändig spielen konnte. Zuletzt war er 2005 beim Jazz-Festival in
Montreux aufgetreten.

Peterson hatte mit fünf Jahren schon begonnen, Trompete zu spielen.
Nach einer Tuberkulose-Erkrankung stieg er im Alter von sechs Jahren
auf das Klavier um. Sein Lehrer war sein Vater, ein Gepäckträger bei
der Canadian Pacific Railways, der sich selbst das Klavierspielen
beigebracht hatte und mit seinen insgesamt fünf Kindern und seiner
Frau in einer Familienband spielte.

Nachdem Oscar mit 14 einen Amateur-Wettbewerb der CBC gewonnen hatte,
erhielt er eine eigene Radiosendung. Mit 17 wurde er Berufsmusiker,
und 1947 schließlich gründete er erstmals eine eigene Band. Zwei Jahre
später kam der Durchbruch: Oscar Peterson wurde in die Carnegie Hall
nach New York eingeladen.

Im Laufe seines Lebens nahm Peterson fast 200 Alben auf. Er spielte mit
Jazzgrößen wie Louis Armstrong, Ella Fitzgerald, Billie Holiday,
Dizzie Gillespie, Count Basie, Nat King Cole und Duke Ellington.
Acht Mal wurde er für seine Musik mit einem Grammy ausgezeichnet,
unter anderem 1997 für sein Lebenswerk.

Peterson hielt mehr als ein Dutzend Ehrendoktorwürden verschiedener
Universitäten und wurde 1993 als erster Jazzmusiker überhaupt mit
dem Glenn-Gould-Preis für sein Klavierspiel ausgezeichnet. Nur wenige
Jahre später, 2000, erhielt er den UNESCO-Musikpreis. 2005 wurde
Peterson auf einer 50-Cent-Briefmarke der Canada Post verewigt.
Seinen Erfolg hatte Oscar Peterson auch seiner eisernen Disziplin
zu verdanken: er übte schon als Kind bis zu acht Stunden am Tag.
Er kenne nur einen Musiker, soll er einmal gesagt haben, der ohne
Proben auskomme. Der heiße Gabriel und habe Flügel.


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Termine
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Bis Ende Januar 2008 – Augsburg – Interdisziplinäre Ringvorlesung
an der Augsburger Universität, Fachbereich Kanadistik:
„400 Jahre Quebec im Spiegel des Dialogs der Sprachen und Literaturen“.
Raum HS IV. 26.11.: Elmar Schafroth, Universität Düsseldorf:
„Die französische Standardsprache in Québec“; 10.12.: Anna Pia De Luca,
Università di Udine: „Speech Differences in English-Speaking Canada
and Communities in Quebec“; 14.01.2008: Michelle Bussières, Université Laval:
„Le Québec et ses relations internationales“; 28.01.2008; Hans-Jürgen Lüsebrink,
Universität des Saarlandes: „Je me souviens postmodern. Geschichtsbewusstsein
und Transkulturalität in der Gegenwartsliteratur Québecs“

03.01. – Hamburg - MapleTable Neujahrsempfang. Gegen eine Kosten-
beteiligung von 10,- Euro werden wir Canapés und Gulaschsuppe reichen.
Ort: Canada Reise Dienst (CRD), Stadthausbrücke 1-3, ab 19 Uhr.
Anmeldung bis 16.12. an info@mapletable.de.

Bis 06.01.2008 - Stuttgart - Stan Douglas Einzelausstellung im
Württembergischen Kunstverein und der Staatsgalerie Stuttgart.
Eröffnung am 14. September. www.staatsgalerie.de

Bis 27.01.2008 - Frankfurt/M. - Angela Bulloch in der Ausstellung
“Kunstmaschinen Maschinenkunst” in der Schirn Kunsthalle Frankfurt

19.01. - Henstedt-Ulzburg - Ian Mardon (Violine) spielt Werke von
Sarasate, Granados und Albéniz. Henstadt-Ulzburg, Kreuzkirche, 19.30 Uhr.
www.mardon.de

28.01. – Hamburg - Ian Mardon (Violine) spielt Werke von Paganini,
Debussy und seine eigene Komposition “Lux Aeterna”. Hamburg,
St.Johannis-Kirche Eppendorf, 18 Uhr.

30.01. bis 03.02. - Berlin - Kanadische Teilnehmer auf der
Transmediale 2008. www.transmediale.de

Weitere Termine auf www.kanada.de


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